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Unsere grösste Tour – Netto-Null bis 2040

Stand September 2026

 

Wir haben uns ein grosses Ziel gesetzt: Netto-Null bis 2040.

Auch von dieser Tour kennen wir unser Ziel, den genauen Weg dorthin noch nicht. Wir planen unsere Route, prüfen regelmässig, ob wir auf Kurs sind, lernen dazu und passen unseren Weg an, wenn neue Erkenntnisse oder bessere Daten dies erfordern.

Auf dieser Seite zeigen wir transparent, wo wir stehen, was wir verändern wollen, wie wir unseren Fortschritt messen – und wo wir heute noch keine belastbaren Antworten haben.

Warum machen wir uns auf den Weg?

Als Bergführerinnen und Bergführer erleben wir unmittelbar, wie sich die Bergwelt verändert. Verantwortung gehört zu unserem Beruf: Verhältnisse beurteilen, Entscheidungen treffen und die Konsequenzen tragen. Diese Haltung übertragen wir auf unseren Umgang mit dem Klima. Die Berge sind unser Arbeitsplatz und unser Erlebnisraum. Wir wollen dazu beitragen, dass sie dies auch für kommende Generationen bleiben. Deshalb strebt bergpunkt Netto-Null bis 2040 an.

Unsere Route

  • 2018/19 – Ausgangspunkt: erste Bilanz / Basisjahr
  • 2024/25 – Standortbestimmung: Bilanz aktualisieren und Hotspots verstehen
  • 2026/27 – Route festlegen: Workshop, Reduktionsziele, Transformationsziele und Messgrössen beschliessen. Wir orientieren uns an wissenschaftsbasierten Reduktionspfaden.
  • 2029/30 – erste Etappe: Near-Term-Ziele erreichen und Fortschritt überprüfen
  • 2039/40 – Tourenziel: Netto-Null erreichen: tiefe Restemissionen im Vergleich zum Basisjahr 2019 nach weitreichender Reduktion. Die verbleibenden Emissionen werden neutralisiert.

Standortbestimmung – wo stehen wir?

Wir haben unseren Corporate Carbon Footprint für 2018/19 und 2024/25 mit dem BAFU Corporate Footprint Tool auf Basis des GHG Protocol berechnet. Der Carbon Footprint wurde ausgabenbasiert bilanziert. Die Bilanz dient uns deshalb vor allem dazu, Grössenordnungen und Hotspots zu erkennen. Veränderungen einzelner Leistungen – etwa unterschiedliche Unterkunftstypen – werden mit durchschnittlichen Emissionsfaktoren teilweise noch nicht sichtbar.

Kennzahl 2018/19 2024/25 Veränderung
Gesamtemission 114.4 t CO₂e 103.9 t CO₂e -9.2 %
Scope 1 2.39 t 0.80 t -66.7 %
Scope 2 0.34 t 0.12 t -64.7 %
Scope 3 111.7 t 103.0 t -7.8 %
Geschäftsreisen (Scope 3.6) 19.10 t 6.13 t -67.9 %
Waren und Dienstleistungen (Scope 3.1) 90.21 t 94.62 t +4.9 %

 

Die zentrale Erkenntnis: Rund 99 % der bilanzierten Emissionen entstehen in Scope 3 – also ausserhalb des direkten Betriebs. 2024/25 entfallen rund 91 % des gesamten Corporate Footprints auf die Kategorie «eingekaufte Waren und Dienstleistungen». Damit liegt der wichtigste Hebel in der Gestaltung des Angebots und in der Zusammenarbeit mit Partnern und Lieferanten. Der Verzicht auf Flugreisen hat bewirkt, dass die Emissionen in Kategorie 3.6 «Geschäftsreisen» um 68% reduziert werden konnten im Vergleich zum Basisjahr 2019.

Der Entscheid um die Flugreisen

Im Juni 2023 haben die Aktionärinnen und Aktionäre von bergpunkt in einer Urabstimmung entschieden, keine Reiseziele mehr anzubieten, die von der Schweiz aus nur mit dem Flugzeug erreichbar sind. Eine klare Stimmenmehrheit war dafür. Bereits geplante Reisen wurden noch durchgeführt, die letzte im April 2024.

Der Entscheid hat unser Programm verändert, aber nicht verkleinert. Mit dem Zug erreichbar sind heute Skitouren in den Pyrenäen, den Abruzzen, den Dolomiten, Norwegen, Sella Nevea. Dazu unsere Transalp-Touren zwischen Nizza und Wien. Beim Klettern sind Sardinien, Korsika und Süditalien im Programm. Weitere Ziele prüfen wir mit grosser Freude laufend und erweitern gezielt das Programm. Die An- und Rückreise organisieren wir mit dem öffentlichen Verkehr und weisen die Verbindung in der Ausschreibung aus. Wer lieber selbständig anreist, kann das jederzeit tun.

Messbar ist der Effekt in unserer Bilanz: Die Emissionen aus Geschäftsreisen sind gegenüber 2018/19 um 68 Prozent gesunken.

Hotspots

Abgeleitet von der Bilanzierung im Jahr 2024/25 konnten wir folgende Hotspots identifizieren:

Geschäftsreisen: 6%

Dies beinhaltet die An- und Abreise der Bergführerinnen und Bergführer zum Start der Tour

Eingekaufte Waren und Dienstleistungen: 91%

Innerhalb dieser Kategorie dominieren drei Unterkategorien:

  • Beherbergungen: 61.1 %
  • IT und Kommunikation: 26.2 %
  • Ausrüstung und Bekleidung: 11.6 %

Was unsere CO₂-Bilanz zeigt – und wie wir gerechnet haben

Steckbrief: Unsere Bilanz auf einen Blick

Methode Corporate Footprint Calculator von BAFU und BFE, nach GHG Protocol    
Datengrundlage Offizielle Geschäftsabschlüsse, rückwirkend berechnet    
Bilanzierte Jahre 2018/19 und 2024/25, Geschäftsjahr jeweils ab 1. Oktober    
Umfang Gesamte operative Tätigkeit der bergpunkt AG, Scope 1 bis 3    
Begleitung und Prüfung ZeroHero GmbH    
Auskunft bergpunkt AG    

Wie wir gerechnet haben

Wir haben unseren Fussabdruck mit dem Corporate Footprint Calculator von BAFU und BFE berechnet, der dem GHG Protocol folgt. Grundlage sind unsere offiziellen Geschäftsabschlüsse. Unser Geschäftsjahr beginnt jeweils am 1. Oktober - deshalb sprechen wir von 2018/19 und 2024/25. Beide Jahre haben wir rückwirkend und nach denselben Regeln gerechnet. Nur deshalb dürfen wir sie überhaupt vergleichen.

Die Bilanz unterscheidet drei Bereiche.

  • Scope 1 sind Emissionen, die direkt bei uns entstehen, bei uns im Wesentlichen die Heizung.
  • Scope 2 ist die eingekaufte Energie, also Strom.
  • Scope 3 umfasst alles, was vor- und nachgelagert entsteht: eingekaufte Waren und Dienstleistungen, Übernachtungen, die Anreise unserer Bergführerinnen und Bergführer, der Arbeitsweg unserer Mitarbeitenden. Bei uns liegen rund 99 Prozent der Emissionen in Scope 3.

Sämtliche Angaben wurden von der Zerohero GmbH begleitet und geprüft.

Wo unsere Zahlen an Grenzen stossen

Unsere Bilanz ist grösstenteils ausgabenbasiert. Sie rechnet also von dem, was wir ausgeben, mit Durchschnittswerten auf Emissionen hoch. Das ist ein bewährter Weg, um Grössenordnungen und Hotspots zu erkennen. Es hat aber eine Konsequenz, die wir offenlegen: Ob wir in einer SAC-Hütte oder in einem Hotel übernachten, macht in einer solchen Bilanz kaum einen Unterschied, obwohl es in der Realität einen machen dürfte. Einzelne Verbesserungen werden mit Durchschnittswerten nicht immer sichtbar.

Der deutliche Rückgang bei Scope 1 und 2 hat einen einfachen Grund: Wir arbeiten heute in einem Shared Office und teilen uns dadurch Heizung und Strom. Gemessen am Ganzen fällt das allerdings kaum ins Gewicht - Scope 1 und 2 machen zusammen weniger als ein Prozent unseres Fussabdrucks aus. Den Arbeitsweg unserer Mitarbeitenden haben wir in beiden Jahren gleich berechnet: aus den Stellenprozenten und dem Verkehrsmittelmix des BAFU-Tools. Der Anstieg gegenüber 2018/19 kommt daher, dass wir heute mehr Stellenprozente beschäftigen. 

Woran wir arbeiten

Wir verfeinern unsere Datengrundlage Schritt für Schritt. Die Anreise unserer Bergführerinnen und Bergführer wollen wir künftig effektiv erfassen statt über die Ausgaben hochrechnen. Übernachtungen wollen wir künftig nach Hütte und Hotel unterscheiden und mit differenzierten Standardwerten rechnen. Effektive Emissionsdaten der Betriebe einzufordern, ist ein längerfristiges Ziel. Auch die Anreise zu unseren Touren wollen wir auswerten. Die Angaben dazu liegen zu einem Teil in unseren Buchungsdaten bereits vor, weil wir die Anreise ohnehin organisieren. Teil unserer Bilanz ist sie nicht.

Was wir bilanzieren - und was wir mitgestalten

Eine Zahl ist nicht die ganze Wahrheit. Unsere Bilanz zeigt den Corporate Carbon Footprint innerhalb der gewählten Bilanzgrenzen. Sie zeigt jedoch nicht automatisch alle Klimaauswirkungen, die mit unseren Touren verbunden sind oder die wir beeinflussen können.

Ein Beispiel ist die An- und Abreise zum Treffpunkt. Sie gehört zu jeder Tour, liegt aber ausserhalb unseres bilanzierten Corporate Footprints. Wir gestalten Treffpunkte und Angebote so, dass die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr einfach ist - wie jemand anreist, entscheidet er oder sie selbst. Unsere Verantwortung endet für uns nicht an der Bilanzgrenze.

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Unsere Handlungsfelder

Die folgenden Handlungsfelder zeigen, woran wir bis 2030 arbeiten.

Mobilität

Seit 2023 bieten wir keine Reiseziele mehr an, die nur mit dem Flugzeug erreichbar sind. Die An- und Rückreise organisieren wir mit dem öffentlichen Verkehr und weisen die Verbindung in der Ausschreibung aus.

 
Partner und Unterkünfte

Wir entwickeln Nachhaltigkeitskriterien für Unterkünfte, Restaurants und Ausrüster. Diese dienen uns als Orientierung bei neuen Entscheidungen - wo eine Zusammenarbeit fachlich oder operativ überzeugt, führen wir sie weiter. Lokale Betriebe bevorzugen wir, wo es im jeweiligen Tourengebiet möglich ist.

Ab 2030 wollen wir bei Unterkünften Emissionsdaten einfordern.

 
Angebots- und Klimaresilienz

Wir nutzen die Saisonverschiebungen aktiv und passen uns den Gegebenheiten an. Ein Pilotprojekt für eine Netto-Null Tour wird ab 2027 gestartet. Neue Angebote / Destinationen prüfen wir laufend. Best-Place Angebote werden zunehmend im Programm berücksichtigt

 
Material & Kreislaufwirtschaft

Wir stärken die Zusammenarbeit mit 2nd Peak und prüfen weitere Möglichkeiten für den Weitergebrauch von Ausrüstung. Noch gut erhaltenes Material für welches bergpunkt keine Verwendung mehr hat wird zu fairen Konditionen weitergegeben.

Beschaffungen für den Betrieb werden sorgfältig getätigt (bspw Druckprodukte nach Nachhaltigkeitskriterien beschaffen). Der Papierverbrauch im Büro wird gesenkt, bspw durch digitale Rechnungsverarbeitung.

 
Daten und Transparenz

Für die Auswertung der Mobilität nutzen wir unsere bestehenden Buchungsdaten. Sie zeigen die Anreisestrecke, nicht das Verkehrsmittel - dafür treffen wir Annahmen. Die Anreise unserer Gäste werten wir aus, weil die Angaben ohnehin vorliegen; Teil unserer Bilanz ist sie nicht. Die Ergebnisse bereiten wir verständlich auf.

Übernachtungen wollen wir künftig nach Hütte und Hotel unterscheiden und mit differenzierten Standardwerten rechnen statt ausgabenbasiert. Den CO₂-Footprint führen wir jährlich weiter.

 

Woran messen wir unseren Fortschritt?

Wir messen Fortschritt auf drei Ebenen: Erstens mit unserem Corporate Carbon Footprint. Zweitens mit Transformationskennzahlen, die zeigen, ob sich unser Angebot und unsere Entscheidungen tatsächlich verändern. Drittens, indem wir die Datenqualität laufend verbessern. Das ist wichtig, weil durchschnittliche Emissionsfaktoren einzelne Verbesserungen heute nicht immer sichtbar machen.

  • Corporate Footprint: t CO₂e absolut und Veränderung zum Basisjahr
  • Mobilität: geschätzter ÖV-Anteil auf Basis der Buchungsdaten und getroffener Annahmen
  • Unterkünfte: Anteil nach definierten Nachhaltigkeitskriterien und Verhältnis Hütte zu Hotel
  • Verpflegung: Anteil vegetarischer Mahlzeiten aus den Buchungsdaten
  • Material: Langlebigkeit, Wiederverwendung, Neukäufe
  • Partner: Anteil relevanter Partner, die definierte Kriterien erfüllen oder eigene Klimadaten vorweisen
  • Datenqualität: Anteil der Emissionen, die auf differenzierten Werten statt auf reinen Ausgabenfaktoren beruhen